Künstlerinnen, die ihre Karriere ausbauen möchten, erreichen unweigerlich den Punkt, an dem „alles selber zu machen“ zu viel Arbeit wird. Eric Osman, ein Manager aus Philadelphia, arbeitet seit 2011 mit Musikerinnen in genau dieser Situation. Alles begann, als er anfing, der Band seines Freundes damit zu helfen, auf Büchermessen Merch zu verkaufen. Diese Band war Modern Baseball, eine der großartigen Indie-Rock-Bands der letzten Jahre. Osman gründete daraufhin das Label Lame-O Records, bei dem die Band ihr Debut feierte. Aktuell hat Lame-O mehr als 50 Platten im Katalog. Osman hat in der Zwischenzeit viele der Künstler*innen des Labels gemanagt und ihnen geholfen, sich im Musikgeschäft zurechtzufinden.
Also, ist eine Managerin das Richtige für dich? Und wenn ja, wie findest du einen? In unserem Telefongespräch teilte Osman einige seiner Tipps für junge Künstlerinnen, die Antworten auf diese Fragen suchen.
Do: Wissen, wonach man sucht
„Künstlerinnen, die noch nicht lange im Musikgeschäft sind, denken, dass eine Managerin ihnen einen Zaubertrank geben kann, der all ihre Probleme löst“, sagt Osman. Das ist nicht der Fall. Eine Band wird nicht besser oder berühmter, nur weil sie auf einmal einen Manager hat, aber eine guter Managerin kann der Band helfen, bestimmte Bedürfnisse zu erfüllen. „Beispielsweise können Künstlerinnen oft ziemlich unorganisiert sein und sie brauchen eine Art Business Managerin, derdie sich um die Buchhaltung und die Finanzen kümmert“, fährt Osman fort.
Managerinnen können Bands auch bei den kreativen Aspekten unterstützen, vor allem wenn es an der Zeit ist, eine neue LP herauszubringen. Sie können Künstlerinnen dabei helfen, zu entscheiden, „worüber sie sprechen möchten, welche Art von Bonusmaterial sie hinzufügen möchten, wie sie eine Tour planen und andere Dinge dieser Art“.
Do: Andere Bands um Empfehlungen bitten
Nehmen wir an, du hast dich entschieden, einen Managerin zu engagieren. Wo fängst du mit der Suche an? Osman empfiehlt, mit den Künstlerinnen in deinem Umfeld zu beginnen. Das können deine engen Freundinnen sein oder die Gruppe, mit der du nächstes Wochenende auftrittst. „Sprich mit Kolleg*innen aus der Musikszene, die größere Konzerte geben oder ein breit gefächertes Publikum haben und bereits länger dabei sind“, sagt Osman. „Sieh dir an, wie sie vorgegangen sind und frag sie, ob sie dir jemanden empfehlen können.“
Don’t: Demder Managerin deiner Lieblingsband schreiben
Oder mach es zumindest dann nicht, wenn du die E-Mail-Adresse dieser Person über Google oder Facebook herausgefunden hast. „Ich glaube, dass es für junge Menschen in einer Band nicht einfach ist. Du denkst, du hast alles verstanden und weißt, was du brauchst, und dann gehst du auf Facebook, suchst deine Lieblingsband und schreibst ihremihrer Managerin, warum er*sie dich managen sollte.“ Dieser Ansatz funktioniert äußerst selten.
Do: Eine Person engagieren, mit der du dich wohlfühlst
„Wenn du ganz zu Beginn deiner Karriere einen Managerin suchst und noch nie einen hattest, wirst du dieser Person nicht wirklich viel Geld einbringen“, erklärt Osman. Das heißt, dass die Beziehung zwischen Künstlerinnen und Managerinnen für beide Seiten besonders wichtig ist. „Künstlerinnen sollten nach einemeiner Managerin suchen, mit demder sie sich gut verstehen, mit demder sie sich unterhalten können und derdie versteht, was derdie Künstler*in versucht, zu tun“.
Do: Kontakt mit anderen Klientinnen desder Manager*in aufnehmen
Wenn du bereits jemanden in Aussicht hast, informier dich über die Künstlerinnen, die diese Person betreut. Wenn du meinst, dass du gut reinpasst, kannst du mit einemeiner dieser Künstlerinnen Kontakt aufnehmen und versuchen, ein wenig mehr zu erfahren. „Ich finde, es ist absolut vernünftig, einemeiner anderen Künstlerin der Managementfirma eine Nachricht zu schreiben und zu sagen: ‚Hey, ich überlege, mit diesemdieser Managerin zu arbeiten und würde gerne deine Meinung zu seinemihrem Managementstil hören und wissen, wie die Zusammenarbeit für deine Band war.‘“
Do: Entscheiden, wo du Kompromisse eingehen willst und wo nicht
Deine Managerin wird Vorschläge machen. Du solltest wissen, wo du bereit bist, dich überreden zu lassen, und wo du standhaft bleiben willst, und das von Anfang an klarstellen. „Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, das Künstlerinnen Künstlerinnen sind und Managerinnen für Künstlerinnen arbeiten, und so sollte es auch immer sein“, so Osman. „Es ist deine Vision. Sie sind nicht die Künstler*innen.“
Don’t: Angst haben, es schließlich doch selbst zu machen
„Wenn du genauso viel Zeit und Mühe darin investierst, einen Managerin zu finden, wie in deine Band oder dein Projekt, dann wirst du vermutlich Erfolg haben“, sagt Osman. Aber nicht jeder möchte seineihre Zeit diesem Prozess opfern. Das ist auch in Ordnung: „Ich möchte betonen, dass im Jahr 2018 alle Tools zu Verfügung stehen, die Künstler*innen benötigen, um alles selbst schaffen zu können. Es ist einfacher, als es früher war.“ Dazu musst du dich unter Umständen an unabhängige Label wenden oder wie Osman deine eigenen Platten veröffentlichen. „Das Wichtigste ist einfach“, so Osman, „das zu finden, was für dich funktioniert.“
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Eric Osmans Tipps für Selbstmanagement:
1. Nutze Cash Music
Eric: „Cash Music ist ideal für unabhängige Künstler*innen der heutigen Zeit. Es handelt sich um eine gemeinnützige Organisation, die Tools bietet, um Mailinglisten, digitale Downloads, Tour-Termine und vieles mehr zu optimieren.“
2. Hol dir Tipps aus „The Future of What“
Eric: „Portia Sabin von Kill Rock Stars moderiert den Podcast ‚The Future of What‘. Darin werden zusammen mit professionellen Managerinnen, Agentinnen, Künstlerinnen und vielen anderen Fachleuten Trends in der Musikbranche entdeckt, erklärt und analysiert. Diese Expertinnen haben jede Menge Erfahrung und, wenn du dich selbst managen möchtest oder musst, kannst du von ihnen enorm viel lernen.“
3. Sei in deiner lokalen Community präsent
Eric: „Egal welcher Community du angehörst, es ist absolut wichtig, dass du dort präsent bist und dich mit anderen Künstlerinnen darüber austauschst, wie sie Ziele erreichen, die du auch verfolgst. Buche Shows für Künstlerinnen auf Tour, wenn sie in deiner Stadt vorbeikommen, und bitte sie, das Gleiche für dich zu tun. Baue nachhaltige Beziehungen zu anderen kreativen Künstler*innen auf und lass den Spaß nicht zu kurz kommen.“
– Nick Murray