Einer der großen Vorteile von Streaming ist, dass deine Musik auf so viele verschiedene Arten so viele verschiedene Menschen erreichen kann. Einige Fans entdecken dich vielleicht, wenn sie nur immer ihrer eigenen Nase folgen, aber der Großteil stolpert über deine Songs, wenn sie in einer Playlist auftauchen. Wenn Hörer*innen in der Spotify App deine Biografie aufrufen, stehen die Chancen gut, dass sie einen deiner Songs bereits gehört haben.
„Viele unserer Hörerinnen interagieren über Playlists mit Spotify“, sagt Samantha Yeh, Senior Product Marketing Managerin bei Spotify. „Vielleicht streamen sie RapCaviar oder ein Song wird ihnen über Dein Mix der Woche oder Release Radar empfohlen. Wir wissen also, dass Songs immer den Erstkontakt von Hörerinnen mit Künstlerinnen bilden. Aber wohin können sich die Hörerinnen wenden, um mehr über dich zu erfahren, wenn sie anfangen, deine Musik zu entdecken? Hier kommen die Künstler*innen-Profile ins Spiel.
Das Fazit: Du solltest dein Profil so attraktiv wie möglich gestalten. Wir haben bereits aufgeräumt und alles außer den notwendigsten Soundbeschreibungen entfernt, damit du den verfügbaren Platz optimal nutzen kannst. Eines solltest du beachten: Falls du keine Biografie verfasst, aber auf AllMusic/Rovi bist, rufen wir deine Biografie von dort ab. Wir sind aber der Meinung, dass du deine eigene Geschichte erzählen solltest. Ein persönlicher Touch, wie bei NZCA LINES im Beispiel oben, ist immer wünschenswert. Hier sind ein paar Vorschläge, wie du das Beste aus diesen 1.500 Zeichen herausholst.
Schreib so, wie du denkst
Überleg dir, bevor du losschreibst, wie du den Hörerinnen deine Identität als Künstlerin vermitteln möchtest. Möchtest du, dass sie dich als ernsthaft und tiefgründig wahrnehmen? Möchtest du zeigen, dass du immer in Feierlaune bist und deine Songs genau richtig dafür sind, in Partystimmung zu kommen? Oder möchtest du vielleicht zum Ausdruck bringen, dass sich deine Kunst ständig verändert und du zu sehr Chamäleon bist, als dass man dich fein säuberlich in eine Kategorie einordnen könnte?
Auf diese Frage gibt es keine richtige oder falsche Antwort, aber der Ton macht die Musik und so sollte er widerspiegeln, was für eine Künstlerin du bist. Wenn du den Hörerinnen zeigen möchtest, dass du genauso lustig bist wie deine Musik, sollte deine Wortwahl eher entspannt und informell sein. Wenn du deine Tiefgründigkeit unter Beweis stellen möchtest, solltest du einen eher gesetzten Ton anschlagen. Die Biografie zeigt dendie Künstler*in hinter dem Werk. Das ist eine ganz neue Dimension des Hörerlebnisses. Du kannst mit deiner Geschichte so kreativ sein wie mit deiner Musik.
Erzähl eine Geschichte
Wenn Fans deine Biografie ansehen, liegt das daran, dass sie neugierig auf dich sind. Erzähl also eine Geschichte, die sie fesselt. Du hast die Wahl, ob du sie allgemein halten und deinen musikalischen Werdegang beleuchten möchtest oder lieber einen engeren Fokus setzt, um die wesentlichen Punkte deines aktuellen oder eines kommenden Projekts zu beleuchten. Natürlich kannst du auch beides kombinieren.
Bestimmte Elemente können helfen, dich in Szene zu setzen:
- Woher kommst du? Wie bist du da gelandet, wo du jetzt bist? Wo geht die Reise hin?
- Gab es einen Auslöser dafür, dass du die Musik machst, die du jetzt machst? Warum hast du zum Beispiel dieses Album oder diesen Song geschrieben?
- Wie bist du zu demder Künstlerin geworden, der*die du heute bist?
- Welche Themen behandelt du in deiner Musik? Oder in deiner letzten Veröffentlichung?
Vor allem solltest du deine Geschichte als Begleitstück deines Werks betrachten. Wie kannst du deine Identität als Künstler*in und deine Musik auf eine Weise erwähnen, die das Hörerlebnis bereichert?
Vergiss dein Publikum nicht
Denk immer daran, wer deinen Text lesen wird. Insbesondere solltest du beachten, dass deine Leserinnen deine Musik unter Umständen überhaupt nicht kennen. Hilfreich ist beispielsweise ein Überblick über die Grundlagen: woher du kommst, der Name deiner aktuellen Veröffentlichung und ein paar Details dazu, was für eine Künstler*in du bist, wer alles in der Band ist (falls du eine Band hast) und mit wem du schon zusammengearbeitet hast.
Nicht hilfreich für Hörer*innen, die nur zufällig auf deine Seite stoßen, sind Insiderwitze oder Anspielungen, die so spezifisch für dein lokales Umfeld sind, dass ein globales Publikum sie nicht versteht. Falls du findest, dass so etwas wichtig ist, solltest du es kurz erklären. Denk aber daran, dass du nur 1.500 Zeichen zur Verfügung hast. Wir empfehlen dir, alles wegzulassen, was deine Biografie zu kompliziert macht.
Lade die gesamte Crew ein
Eine der aussagekräftigsten Möglichkeiten zur Gestaltung deiner Spotify Biografie ist, deine musikalischen Connections hervorzuheben, z. B. Mitwirkende, Produzentinnen, Einflüsse und Label-Kolleginnen. Du kannst in deiner Biografie alle möglichen Künstlerinnen markieren. Das hilft den Hörerinnen, ähnliche Künstler*innen zu entdecken und die Wurzeln und Verzweigungen deiner Arbeit zu verstehen.
„Es ist eine schöne Gelegenheit für Leute, die vielleicht zum selben Kollektiv gehören oder bei demselben Label Musik veröffentlicht haben, füreinander Werbung zu machen“, sagt Yeh. „Viele bei Odd Future verweisen aufeinander und auf die Biografien ihrer Kolleginnen. Sie markieren sich alle für gewöhnlich gegenseitig in ihren Biografien, um aufstrebende Künstlerinnen, Menschen, die sie inspiriert haben, oder Musik, die ihnen gefällt oder sie interessiert, zu würdigen.
Halte deine Hörer*innen auf dem Laufenden
Bei deinen kreativen Projekten passiert ständig etwas Neues: neue Releases, Albumankündigungen, bevorstehende Partnerschaften … Da die Hörerinnen oft täglich mit Spotify interagieren, kannst du deine Biografie nutzen, um deine Fans über Neuigkeiten in deiner Karriere auf dem Laufenden zu halten. Es ist durchaus sinnvoll, einen Teil der Biografie immer unverändert zu lassen und in diesem Teil nur das Wesentliche über dich als Künstlerin zu berichten. Doch laut Yeh ist es auch eine gute Idee, einen Teil der Biografie für häufig wechselnde, aktuelle Informationen zu nutzen. So erfahren die Hörer*innen stets, was du gerade machst.
Schreck nicht vor deiner eigenen Kreativität zurück
Die obigen Vorschläge sind natürlich nur dazu da, eine Struktur zu bieten, die angepasst werden kann und auch soll. In weniger als 1.500 Zeichen kannst du etwas schaffen, das so einprägsam ist wie deine Musik. Und manchmal heben sich einprägsame Werke auch am besten von der Masse ab. Kannst du ein Gedicht schreiben, das deine Musik so gut ergänzt, dass es einen Platz in deiner Biografie verdient? Kannst du einige der oben genannten Informationen zu etwas zusammenstellen, das so aussieht wie ein Rezept aus einem Kochbuch? Die Möglichkeiten sind endlos. Hab keine Angst davor, sie auszuprobieren!
– Matt Williams