Neu: Best Advice – der Podcast

Kim Taylor Bennett / May 6, 2021

Wir haben aus unserer langjährigen Videoreihe einen Podcast gemacht. Jeezy, Charli XCX, Russ, Ashnikko, Hayley Kiyoko und viele weitere Künstlerinnen teilen darin ihre besten Ratschläge mit den Hörerinnen.

Schon 2018 haben wir „Best Advice“ gestartet, eine Videoreihe, in der einige der bekanntesten Künstler*innen der Welt jeweils einen Ratschlag weitergeben, den sie selbst erhalten haben und an den sie sich immer halten – einen Ratschlag, der ihnen geholfen hat, beruflich wie privat ihren Weg zu gehen.

Der Ratschlag von Tierra Whack stammt von Andre 3000 von OutKast, der von Lizzo stammt von Missy Elliott und der von Trippie Redd war ein Zitat von John F. Kennedy Jr. (aus einem Geschichtsbuch).

Im Laufe der Jahre haben wir alle interviewt – von Rick Ross über Christina Aguilera und Phoebe Bridgers bis hin zu The Killers, Elton John, Quincy Jones, Karol G und viele mehr. Alle, mit denen wir gesprochen haben, hatten eine Geschichte zu den Ratschlägen, die sie bekommen hatten, und es gab einen Augenblick in ihrem Leben, in dem diese Worte ihnen weitergeholfen haben.

Als Produzentin bei Spotify for Artists habe ich viel Zeit damit verbracht, diese unglaublichen Künstlerinnen zu interviewen, um ein paar prägnante Segmente für die Videoserie zu erhalten. Dabei habe ich aber festgestellt, dass viele praktische Erkenntnisse, viel wertvolle Erfahrung und viele Perspektiven rausgeschnitten wurden. Also haben wir beschlossen, den Podcast „Best Advice“ ins Leben zu rufen: offene, persönliche Gespräche mit einigen der faszinierendsten Persönlichkeiten der Musikbranche. Jede Folge bietet tiefgehende Einblicke in die Welt der Musik, des Geschäfts und der Kreativität. Alle Künstlerinnen teilen ihre eigenen Ratschläge, die das Ergebnis von Erfolgen und Fehltritten sind, sowie Tipps, die sie von Mentorinnen, Kollaborationspartnerinnen, Familienmitgliedern und engen Vertrauten bekommen hat.

Die 10 Folgen unserer Staffel erscheint jeden Donnerstag um 16:00 Uhr deutscher Zeit und umfassen Gespräche mit Joey Bada$$, Hayley Kiyoko, Ashnikko, Conor Oberst, Russ, Billy Corgan von The Smashing Pumpkins, Princess Nokia und weiteren Künstler*innen.

Heute veröffentlichen wir zum Start zwei Folgen auf einmal: eine Folge mit der Hip-Hop-Legende Jeezy aus Atlanta, Georgia, und die andere mit der Future-Pop-Visionärin Charli XCX. Diese beiden Künstlerinnen trennen Welten voneinander – nicht nur, was ihre Musik angeht, sondern auch ihren bisherigen Weg. In ihren Interviews mit uns bieten sie einen extrem ehrlichen Einblick in ihre Welt als professionelle Künstlerinnen von heute.

Hör dir die ersten beiden Folgen an und lies dir unten einige der vielen Erkenntnisse von Charli XCX und Jeezy durch.

Highlights der „Best Advice“-Folge mit Jeezy

Es ist wichtig, dass man vergibt.

Ich musste eine lange Liste von Leuten erstellen, die mir Unrecht getan hatten. Ich bin diese Liste durchgegangen und habe für jeden einen Grund gefunden, warum ich dieser Person vergebe – einfach nur, um mir selbst zu vergeben, damit ich diese Lebensphase abschließen kann. Nachtragend zu sein, vergiftet alles – es ist toxisch. Und wenn du toxisch bist, strahlt das auf dein Umfeld ab. Du gibst diese Energie an deine Kinder, deine Liebsten, deine Mitarbeiter*innen und deine Mitmenschen weiter. Ich habe das selbst durchlebt.

Wenn dir Leute Unrecht tun und du dir den Kopf zerbrichst, wenn dir jemand sagt, dass du nie etwas erreichen wirst … wenn dir jemand sagt, dass du nie ein Rapper, nie ein Superstar sein wirst, nie dieses oder jenes tun wirst, und du dann dein ganzes Leben damit verbringst, das Gegenteil zu beweisen. Dann erreichst du zwar diese Ziele, bist aber nicht glücklich: Du hast trotzdem verloren.

Deine Moral und deine Werte sind alles.

Egal, wo du gerade bist, wie es läuft, egal, was dir das Leben bringt – Geld, Ruhm oder Versuchungen: Du darfst deine Werte, deine Moral und deine Integrität nicht verlieren, denn am Ende des Tages kannst du eine Milliarde oder 10 Milliarden US-Dollar besitzen, aber wenn du diese drei Dinge nicht hast, hast du nichts.

Gut mit Geld umzugehen, bedeutet, offen zu sein, wenn du nicht die klügste Person im Raum bist.

Du bist die Marke, du bist das Geschäft, und wenn du in einem Geschäftsmeeting bist, möchten sie die Zahlen analysieren analysieren und Geld verdienen. Als ich anfing zu verstehen, wie man investiert, Immobilien kauft und das eigene Image nutzt, um Teil einer Marke zu werden – ergaben sich diese Gespräche dadurch, dass ich in anderen Räumen war und mit Leuten sprach, die außerhalb meiner Komfortzone lagen. Wir als Künstler*innen, wir sind die Anführer unseres Rudels. Daher fällt es uns schwer, zu jemand anderem aufzuschauen. Bei mir hat sich das geändert, als ich mein Ego beiseitegeschoben habe … und einfach in diese Räume spaziert bin und meine Offenheit für das Thema demonstrierte. Du musst dich damit wohlfühlen, dass es auch mal unbequem wird.

Highlights aus der „Best Advice“-Folge mit Charli XCX

Kommerzieller Erfolg garantiert nicht den persönlichen Erfolg und passt auch nicht immer zu deiner Vision als Künstler*in.

Als ich aufgehört habe, mir Sorgen zu machen, was die Leute von mir denken, konnte ich mich selbst finden – und auch die Musik, die ich gerne mache. Das hat für mich irgendwie viele Grenzen fallen lassen. Ich hatte schon immer eine ganz eigene Vision. Aber ich glaube, ich habe damals echt damit gekämpft, dass ich auch kommerziellen Erfolg wollte, und habe einfach nicht verstanden, wie meine Vision und dieser Erfolg zusammenpassen. Ich habe mir echt den Kopf darüber zerbrochen – heute mach ich das einfach nicht mehr. Aber ich habe etwas gebraucht, um das zu kapieren, und ich glaube, das hat mich eine Zeit lang auch irgendwie ausgebremst. Ich weiß, dass das der absolute Standard-Ratschlag ist, aber ich glaube, wir befolgen ihn einfach viel zu selten: Du musst auf dein Bauchgefühl hören.

Bleib offen, wenn du mit neuen Kollaborationspartner*innen zusammenarbeitest: Man weiß nie, was sich daraus ergibt.

Wenn man jung ist und gerade erst anfängt, ist es echt wichtig, sich auf ganz verschiedene Menschen einzulassen. Selbst ich muss mich heute noch daran erinnern, weil ich echt schon ein bisschen wählerisch sein kann, wenn’s darum geht, mit wem ich an meinen eigenen Projekten arbeite. Wenn ich für andere schreibe, ist das weniger der Fall. Aber bei meinen eigenen Projekten urteile ich einfach super schnell und denke direkt: „Nee, die Person ist nicht die richtige für mich“, ohne ihr überhaupt eine Chance zu geben oder sie auch nur getroffen zu haben. Es gab schon so viele Situationen, in denen ich die Session fast abgesagt hätte, aber dann bin ich doch hingegangen – und heute zählt diese Person zu meinen langjährigsten Kollaborationspartner*innen.

Lies dir deine Verträge durch und stelle Fragen.

Ich habe meinen ersten Vertrag mit 16 unterschrieben und wusste jahrelang nicht, wofür „A&R“ steht – ich hatte einfach zu viel Angst zu fragen. Es gibt immer noch so viele Dinge, bei denen die Leute einfach davon ausgehen, dass du sie weißt. Labels haben die Verantwortung, Verträge für die Leute, die sie unter Vertrag nehmen, wirklich verständlich zu gestalten. Und Anwältinnen, die einen jungen Mandantin übernehmen, haben eine Verantwortung, sich Zeit für diese Person zu nehmen und ihre Fragen zu beantworten. Das ist der Rat: Stell einfach alle Fragen, die dir in den Sinn kommen.

Spotify for Artists hilft dir dabei, die Fanbase aufzubauen, mit der du deine Ziele erreichst.

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