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Darum haben die Pixies einen Podcast über ihr Album veröffentlicht

Die Pixies und der Produzent Tom Dalgety vor den Dreamland Recording Studios, Foto: Simon Foster
Von links nach rechts: Paz Lenchantin, Tom Dalgety, Black Francis, David Lovering, Joey Santiago
May 27, 2020

Die Alternative-Rock-Legenden bauten eine tiefere Verbindung zu ihren Fans auf, indem sie die Aufnahmen zu „Beneath the Eyrie“ dokumentierten.

Während so viele der bahnbrechenden Künstler*innen von heute nur einen Klick entfernt scheinen, sind die Pixies eine dieser Bands, die sich einfach unerreichbar anfühlen. Nachdem sie Ende der 80er-Jahre den Alternative Rock geprägt und sich 1993 aufgelöst hatten, war es fast so, als wäre die Band ein fester Bestandteil Musik-DNA geworden. Und als sie sich 2004 wiedervereinte, waren sie einfach längst Legenden. Doch letztes Jahr bekamen Fans die einmalige Gelegenheit, in die Welt der Band einzutauchen: Mit dem It’s a Pixies Podcast wurde die Entstehung des 2019 veröffentlichten Albums Beneath the Eyrie dokumentiert, das im Laufe eines Monats in einem Studio mit Wohnmöglichkeit im Norden des Bundesstaats New York aufgenommen wurde.

Das Projekt machte die Pixies wieder einmal zu echten Pionieren: Es war die erste Podcast-Dokumentation über die Entstehung eines Albums, die wir je gehört haben. Inzwischen haben wir das Spotify Original 21 Days with mxmtoon veröffentlicht, das den kreativen Prozess in Form eines Audio-Tagebuchs festhält. Aber das Pixies-Projekt war und ist in Sachen Umfang und Ehrgeiz absolut einzigartig: Laut Spotify for Podcasters hat das Produktionsteam über 300 Stunden Material aufgenommen. Wir haben mit dem Pixies-Manager Richard Jones gesprochen, um herauszufinden, ob andere Künstler*innen wieder einmal in die Fußstapfen der Pixies treten sollten.

Spotify for Artists: Erzähl uns doch einmal, wie diese Idee entstanden ist.

Richard Jones: Die Pixies haben ein bekanntes, angesehenes Repertoire, mit dem sie noch viele, viele Jahre um die Welt touren können. Aber genau wie viele andere Künstler*innen dieser Generation haben auch wir die Erfahrung gemacht, dass es bei neuer Musik einfach eine Weile dauert, bis sie auf dieselbe Weise geschätzt und geliebt wird. Als wir mit der Arbeit an diesem Album begannen, kam mir daher ein Gedanke: „Wie können wir es Menschen ermöglichen, sich über einen längeren Zeitraum mit der Musik zu beschäftigen und dadurch eine engere Bindung zu ihr aufzubauen und in verschiedenen Phasen ihres Lebens Erinnerungen mit ihr zu verknüpfen, noch bevor die Platte überhaupt herauskam – fast so, als wäre sie ihnen schon bekannt?“

Mit anderen Worten: Du erklärst es quasi schon im Vorfeld zum Klassiker.

Genau! Ich habe mir lange angeschaut, wie unsere Fans in sozialen Interaktionen und Fangruppen über die Musik sprechen. Sie analysieren und diskutieren sie richtig tiefgehend. Daher dachte ich mir: „Wie wäre es mit einem Podcast? Warum nehmen wir nicht einfach alles auf, was wir tun, und teilen es in Häppchen auf, die sich die Leute immer wieder anhören können, um eine Beziehung zu den Songs aufzubauen?“ Dabei würden sie auch einen kleinen Einblick in die Musiker bekommen, da die Pixies dafür bekannt sind, dass sie kaum eine öffentliche Identität pflegen. Mit dem Podcast wurde auch das zum ersten Mal möglich.

Paz Lenchantin, Foto von Simon Foster

Paz Lenchantin, Foto von Simon Foster

Eine bekannte Theorie besagt, dass sich eine Sache verändert, wenn man sie beobachtet. Gab es in dieser Hinsicht Bedenken?

Diese Befürchtung wurde durch die Art und Weise, wie wir vorgegangen sind, deutlich abgeschwächt: Die Mikrofone haben einfach immer alles aufgenommen. Es liefen nicht ständig Leute um uns herum, und es waren keine Podcast-Produzent*innen im Studio. Ich glaube, die Band hat die meiste Zeit überhaupt nicht daran gedacht. Und das Gute an der Arbeit in einem Heimstudio ist, dass alle immer da sind. Während des Aufnahmeprozesses arbeitet man oft getrennt – jeder arbeitet an seinen Parts, geht spazieren oder sitzt einfach herum und liest etwas. Tony konnte einfach vorbeischauen, ein bisschen im Studio umhergehen, schauen, wer Zeit hat, und dann einfach fragen: „Wie geht es dir heute?“ Was dem Team dabei wirklich gelungen ist: Die Gespräche liefen ganz natürlich ab.

Hatte die Band im Vorfeld irgendwelche Bedenken?

Die Band hat die Idee total angenommen, und das erfordert viel Vertrauen. Sie wusste, dass wir sie nicht lächerlich dastehen lassen würden, aber wir haben nicht einfach alles durch eine rosarote Brille betrachtet. Es ist eine sehr ehrliche Aufnahme und Erinnerung daran, was im Studio passiert ist. Ein großer Teil des Charmes der Pixies liegt darin, dass sie sehr bodenständige Künstlerinnen sind – deshalb wollten wir daraus keine Reality-TV-Show machen. Wir mussten die Hörerinnen abholen, sie auf eine Reise mitnehmen und mit neuer Musik begeistern – und gleichzeitig darauf achten, die Band oder das, was sie macht, nicht zu sensationalisieren.

David Lovering, Foto von Simon Foster

David Lovering, Foto von Simon Foster

Du hast schon Bands dabei geholfen, Alben aufzunehmen. Wie war die Umstellung zu dieser Form des Audio-Storytellings? Das Ganze steht im Dienst des Albums, muss aber auch für sich allein stehen können.

Ok. Wenn du ein Album erstellst, machst du das idealerweise für dich. Du schreibst Songs und nimmst sie auf deine Art auf – und fertig. Und bei diesem Podcast ist das natürlich ganz anders. Letztendlich handelt es sich um ein Werbetool für das Album, aber ein reines Werbetool wäre nicht sehr interessant. Wir wussten, dass wir den Großteil unserer Zeit für das Bearbeiten des Audiomaterials aufwenden müssen, damit sich verschiedene Erzählstränge durch die Serie ziehen können. Ich erinnere mich, dass es für mich sehr schwierig war, das richtige Gleichgewicht zu finden: Ich wollte die Geschichte der Band erzählen, ohne den Fan zu bevormunden, und die Details des Prozesses aufzeigen, ohne das Geheimnis zu zerstören.

Und wie haben die Fans reagiert?

Die Superfans in den Foren und Facebook-Gruppen waren begeistert. Sie haben alles aufgesaugt und jede Folge ausführlich analysiert. Den Gelegenheitsfans gefiel die Idee gut. Sie lernten die Band dadurch ein bisschen besser kennen und entwickelten eine Verbindung über die Songs hinaus. Wir hatten auch Interesse von Leuten, die keine Fans waren – Menschen, die in Studios, in den Medien oder im Podcast-Bereich arbeiten und vom gesamten Prozess fasziniert waren. Um ehrlich zu sein, gab es keinerlei negatives Feedback.

Und was ist passiert, als ihr mit den neuen Songs auf Tour gegangen seid?

Im ersten Monat einer Tour ist es meistens so, dass die Leute die wichtigsten Songs kennen, während der Rest weniger Reaktionen hervorruft. Dieses Mal kannten alle die neuen Songs schon viel früher. Wenn man sieht, wie die Leute in den vollen Konzerthallen mitgehen, spürt man einfach eine viel größere Wertschätzung und Verbindung zu diesem Album als bei den letzten beiden Alben, die wir seit der Wiedervereinigung der Band aufgenommen haben. Man kann also wirklich sagen, dass der Plan aufgegangen ist!

– Chris Martins

Spotify for Artists hilft dir dabei, die Fanbase aufzubauen, mit der du deine Ziele erreichst.

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